Ich hatte in diesem Beitrag bereits etwas zu Logsoftware für Amateurfunk geschrieben. Aus aktuellem Anlass möchte ich dieses Thema nochmals auffrischen.
Gerade habe ich wieder in einem Forum gelesen, dass der Entwickler manche Funktionen einfach ablehnt, die von den Anwendern vorgeschlagen oder gewünscht werden. Bei dieser Diskussion im QRP Forum stellte sich heraus, dass eine andere proprietäre Software nicht mehr weiter entwickelt werden kann.
Immer wieder kommt es vor, dass Software einfach eingestellt wird, bei der die Quelltexte nicht zu Verfügung stehen. Auch die Datenpflege für diverse Listen wie DXCC-, County, State und LDK z.B. ist oft von den Entwicklern der Software abhängig. Stellt nun der Entwickler aus irgendeinem Grunde die weitere Entwicklung ein, hat der Anwender ein Problem. Hat der Entwickler ein proprietäres Format für die Speicherung der Logdaten verwendet, gibt es als einzige Möglichkeit nur mögliche Exportfunktionen, um an die Daten zu gelangen. Das ADIF Format ist zwar schön, aber wenn die neue Software nicht alle Felder unterstützt, nützt es nichts, wenn die über Jahre gesammelten Daten nicht eingelesen werden können.
Zusätzlich zu proprietären Formaten der Datenbank/Dateien einiger Logprogramm kommt die Abhängigkeit von Betriebssystemversionen. Wer heute immer noch sein liebgewonnes Logprogramm aus den DOS Zeiten verwendet, hat ein Problem. Da hilft nur die Verwendung der DOSBox . Der Schritt von 16Bit Software zu 32Bit Software kann ebenso ein Problem sein, neuere Windows-Systeme unterstützen keine 16Bit Programme mehr. Selbst die verwendeten Entwicklungssysteme können unter neueren Versionen von Windows zu Problemen führen.
Ich habe diverse Logprogramme, weil mich das Thema einfach interessiert. Ich benutzte HamOffice, wegen dem SWL Modus, bin da aber mehr oder weniger von ab, weil HamOffice mit wine unter Linux sehr langsam ist. UCXLog habe ich ebenfalls in Verwendung, welches unter Linux relativ gut läuft, nur die Netzwerkfunktion geht nicht, weil wohl ein Microsoft spezifisches Protokoll verwendet wird. An die Logdaten kann man bei beiden Programmen nur über die Exportfunktionen gelangen. Alles in allem eine ziemlich geschlossene Lösung.
Letztendlich bin ich mittlerweile auf CQRLog umgestiegen. Der Quelltext steht zur Verfügung, das Entwicklungssystem Lazarus/FreePascal ist ebenfalls frei und als Datenbank wird mysql verwendet, was auch eine Vernetzung ermöglicht. Alles ist offen, kann von jedem Anwender verändert werden und durch die Verwendung von mysql ist jederzeit ein Zugriff auf die Daten gewährleistet. Durch die Verwendung von offenem Betriebssystem und offenem Entwicklungssystem kann CQRLog einfach neu erstellt werden.
Aber wirklich toll ist die Arbeit, die Petr, OK2CQR leistet und seine Offenheit gegenüber Änderungswünsche der Anwender. Das hat mich dann auch dazu verleitet, selbst ein paar Änderungen vorzunehmen. Durch die Verwendung von GitHub als Versionsverwaltung für die Quelltexte können die Änderungen leicht in den Hauptzweig der Entwicklung einfliessen. Die Beisteuerung von Änderungen, die Mitarbeit an solchen Projekten macht dazu auch noch viel Spaß.
Ich kann nur empfehlen, schaut Euch als Anwender die Software genau an. Vor allem wenn Daten über Jahre oder gar Jahrzehnte verwaltet werden sollen. Nichts ist schlimmer, als wenn man an die Daten nicht mehr herankommt, weil die Software eingestellt worden ist.
Ich habe dieser Website eine neue Rubrik 'Software' hinzugefügt. Dort werde ich in nächster Zeit diverse Software für Amateurfunk unter Linux vorstellen. Immer auch mit Hinweisen zur Installation oder Erstellung, verwendete Programmiersprachen und verwendete Entwicklungssysteme.
Ich habe alle möglichen Log-Programme unter Linux probiert und bin schlussendlich bei CQRLog geblieben.
Deine Aussagen kann ich nur bekräftigen. Petr ist immer offen für Wünsche und freut sich sichtlich, wenn man welche anbringt.
Für mich DAS Program unter Linux!